Stellungnahmen und Positionen des PNFK

 

Referentenentwurf zur Finanzbildungsstrategie des Bundes

Stellungnahme des PNFK, Oktober 2026

Finanzielle Bildung ist eine wesentliche Voraussetzung für finanzielle Selbstbestimmung, gesellschaftliche Teilhabe und die Fähigkeit, den finanziellen Herausforderungen des Alltags souverän zu begegnen. Sie befähigt Menschen, informierte Entscheidungen zu treffen, Risiken einzuordnen und ihre finanzielle Zukunft aktiv zu gestalten. Gleichzeitig kann Finanzbildung strukturelle Benachteiligungen nicht allein ausgleichen, denn sie muss Teil einer umfassenden Präventions- und Sozialpolitik sein.

Wir begrüßen daher, dass die Bundesregierung mit dem Referentenentwurf einer Nationalen Finanzbildungsstrategie einen wichtigen Schritt hin zu einer langfristigen und ressortübergreifenden Stärkung der Finanzbildung unternimmt. Mit unserer Stellungnahme bringen wir die Erfahrungen und Perspektiven unserer Mitglieder aus Schuldner- und Sozialberatung, Verbraucherbildung, Wissenschaft, Verbänden und Bildungsarbeit ein. Dabei würdigen wir zahlreiche Ansätze des Entwurfs und zeigen zugleich auf, an welchen Stellen die Strategie weiterentwickelt werden sollte, damit sie insbesondere diejenigen Menschen erreicht, die von finanzieller Bildung am meisten profitieren können.

Wir setzen uns seit vielen Jahren für eine unabhängige, gemeinwohlorientierte und lebensnahe Finanzbildung ein. Aus unserer Sicht muss finanzielle Grundbildung stärker als Fundament aller weiteren Finanzbildung verstanden werden. Ebenso braucht es verbindliche Qualitätsstandards, die aktive Einbindung der Zivilgesellschaft sowie eine nachhaltige Förderung bewährter gemeinwohlorientierter Strukturen. Mit unserer Stellungnahme möchten wir einen konstruktiven Beitrag zur Weiterentwicklung der Nationalen Finanzbildungsstrategie leisten und den fachlichen Dialog fördern.

Wie aktuell und gesellschaftlich relevant diese Themen sind, zeigt auch unser PNFK-Fachtag am 20. November 2026 in Berlin. Unter dem Titel „Frühstartrente, Altersvorsorgedepot und Co. – den Durchblick behalten!“ diskutieren wir mit Expert*innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis, welche Anforderungen moderne Finanzbildung angesichts neuer Vorsorgemodelle erfüllen muss. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Unabhängigkeit, Qualität und Verbraucherorientierung sowie die Herausforderung, Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen zu befähigen, informierte und selbstbestimmte finanzielle Entscheidungen zu treffen.

 

Finanzielle Bildung wieder ganz oben auf die politische Agenda setzen

Positionspapier des PNFK, Oktober 2025

Das Präventionsnetzwerk Finanzkompetenz e. V. (PNFK) setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, finanzielle Kompetenzen insbesondere bei Menschen in vulnerablen Lebenslagen zu stärken. Denn finanzielle Bildung ist kein Selbstzweck, sondern ein zentraler Schlüssel für soziale Chancengerechtigkeit, Eigenverantwortung und gesellschaftliche Teilhabe.

Mit unserem aktuellen Positionspapier fordern wir die Bundesregierung auf, die begonnene Arbeit an der Nationalen Finanzbildungsstrategie entschlossen fortzusetzen und verbindlich zu verankern. Finanzielle Bildung muss niedrigschwellig, lebensphasenorientiert und unabhängig von wirtschaftlichen Interessen vermittelt werden – begleitet durch klare Qualitätsstandards, Forschung und Verbraucherschutz.

Wir begrüßen ausdrücklich die Ankündigung von Bundesminister Lars Klingbeil, die private Altersvorsorge noch in diesem Jahr zu reformieren.Diese Initiative ist ein wichtiger Baustein, um die finanzielle Sicherheit vieler Menschen zu stärken. Gleichzeitig betonen wir: Finanzbildung geht weit über Altersvorsorge hinaus, denn sie befähigt Menschen, Budgets zu planen, Konsumentscheidungen zu reflektieren, Schulden vorzubeugen und finanzielle Risiken frühzeitig zu erkennen. So trägt sie zur Vermeidung von Überschuldung, zur Stärkung der Eigenverantwortung und zur Verbesserung der Lebensqualität bei.

Ein starkes Signal soll auch unsere FinKom – die bundesweit einzigartige Austauschbörse für Finanzkompetenz und Schuldenprävention – am 20. November in Frankfurt am Main setzen. Die Veranstaltung bringt Akteur:innen aus Wissenschaft, Politik, Praxis und Zivilgesellschaft zusammen. Wir freuen uns besonders, dass der Hessische Finanzminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz ein Grußwort an die Teilnehmenden richten wird.

 

Referentenentwurf zum Finanzbildungsstärkungsgesetz

Stellungnahme des PNFK, Oktober 2024

BMF und BMBF haben am 02.10.2024 den Referentenentwurf für ein Finanzbildungsstärkungsgesetz vorgelegt. Ziel des Referentenentwurfs ist es, mit der Schaffung einer Stiftung „Finanzbildung, Geld und Währung“ die Grundlage für eine dauerhafte Verbesserung der finanziellen Bildung in Deutschland zu schaffen. Hintergrund ist die Empfehlung des am 24. September veröffentlichten OECD-Vorschlags für eine Finanzbildungsstrategie, die die Schaffung einer koordinierenden Stelle im Bereich der finanziellen Bildung vorschlägt.

Interessierte Stakeholder hatten bis zum 17.10.2024 die Gelegenheit zur Stellungnahme. Die gesamte Stellungnahme des PNFK lesen Sie hier:

 

Anforderungen an eine nationale Finanzbildungsstrategie für Deutschland

Stellungnahme des PNFK, August 2023

Die Initiative „Aufbruch finanzielle Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Bundesministeriums für Finanzen begrüßen wir als Präventionsnetzwerk Finanzkompetenz ausdrücklich. Die Ausgestaltung einer nationalen Finanzbildungsstrategie und abzuleitender Maßnahmen bedarf großer Anstrengungen aller Beteiligten. Mit unserer langjährigen Tätigkeit im Bereich der finanziellen Bildung und Prävention stehen wir bereit, um zum Gelingen und zum Erfolg der Finanzbildungsstrategie beizutragen. In unserer aktuellen Stellungnahme haben wir aus unserer Sicht wichtige Grundsätze zur Ausgestaltung der nationalen Finanzbildungsstrategie für Deutschland zusammengefasst.

Die gesamte Stellungnahme des PNFK lesen Sie hier: